Jedes Jahr erfuhr ich eine neue Erkenntniss

2018:

Der Weg ist das Ziel 

Im ersten Buch Mose heißt es: Der Herr sprach zu Abraham: “Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.“ (Genesis 12,1)

Abraham gilt als Vater der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam). Als einer der ersten Pilger zieht er mit seiner Familie los, weil Gott es von ihm verlangt hat. Schon in seiner Pilgergeschichte geht es mehr um die Erlebnisse auf dem Weg und weniger um das Ziel.

2019:

Unterwegs sein ist wichtiger als Ankommen

Pilgern ist kein typisches christliches Merkmal. In allen Weltreligionen ist die Pilgerreise eine besondere Beziehungspflege zwischen Gott und den Menschen. Reisende sind Suchende, die sich als Moslem, Juden Hindus, Buddhisten oder Christen auf den Weg machen, um mit ihrem Gott Verbindung aufzunehmen.

Pilgerwege gibt es viele, aber eines verbindet sie alle: Egal, ob das Grab des heiligen Jakobus in Spanien besucht wird oder die Statue der Heiligen Maria im französischen Lourdes das Ziel ist – Pilger sind immer auch auf der Reise zu sich selbst. Und diese Wegstrecke ist oft der wahre Grund des Pilgerns und unterscheidet es von allen anderen Formen der Fortbewegung.

 

2020:

Eine Pilgerreise erfordert immer mindestens drei Zeitdimensionen:

 

  • Wir träumen davon und bereiten uns vor
  • Wir setzen es in die Tat um und gehen unseren Weg
  • Wir erinnern uns daran und erzählen es weiter

Selbst wenn wir schon lange wieder zuhause sind, bleibt das Erlebte in unseren Geschichten, die wir darüber erzählen, lebendig.

 

 

2021:

Es sind die Begegnungen, die eine Reise einzigartig machen

Auf dem Camino Portuges habe ich zum ersten mal erlebt, wie sich völlig fremde Menschen spontan zu einer Gemeinschaft zusammen fügen. Ganz ohne Bedingungen wie Alter, Herkunft oder Status. Das "Wir-Gefühl" ist eizigartig auf dem Camino.

2022:

Der Camino gibt dir nich das was zu willst, sondern das was du brauchst

Diese Erfahrung muss jeder für sich selst machen!

2023:

Es ist immer zu früh um aufzugeben

In diesem Jahr konnte ich wegen einer Krankheit keine Pilgertour unternehmen. Aber das ist noch nicht das Ende. 

Ein großes Ziel vor Augen und ein starker Wille versetzen Berge und es kann weitergehen.

2024:

Gehst du als Paar den Camino, ist die Gefahr groß, dass du alleine in Santiago ankommst.

Jeder hat seinen eigenen Rhythmus beim Gehen und braucht Zeit für sich selbst, für seine eigenen Gedanken. Zu starke Rücksichtnahme auf eine Partnerin oder einen Partner kann zu Problemen führen. Zu starke Bindung engst ein.

Es ist wichtig auch einmal eine Wegstrecke getrennt zu gehen. Am Abend gibt es dann wieder Gesprächststoff wenn man sich das Erlebte gegenseitig erzählt.

2025:

Keinen Plan zu haben ist auch ein Plan

"Ein Pilger plant nicht, ein Pilger vertraut." So wurde es mir im Kloster Einsiedeln in der Schweiz gesagt.

Und tatsächlich: ohne die Tagesetappen und die Unterkünfte für die komplette Tour vorzuplanen ist man viel unbeschwerter unterwegs und hat keinen Termindruck. 

Dazu ist es aber erforderlich die großen, überlaufenen Wege zu meiden.

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© Klaus Drägerhof